Webanalyse
Das NSA Cookie auf Slashdot
NSA und die Guetzlis
Im Schweizerdeutschen ist ein Guetzli ein Keks. Es wird hier manchmal auch missfallend auf geistig minderbemittelte Zeitgenossinen angewendet. Das englische Computer Cookie (Keks) ist ein uraltes Mittel aus der Web-Steinzeit, mit dem gewisse Daten lokal gespeichert werden können (wikipedia's Definition).
Ein Cookie ist also nichts neues. Es ist eine sehr nützliche Technik, die natürlich wie fast alles nützliche im Internet missbraucht werden kann.
Nun ist es eine Selbstverständlichkeit, dass der Betreiber einer Website gerne herausfinden möchte, was seine Besucher so tun. Wo sie reinkommen, wo sie rausgehen, wo sie vorbeisurfen und was ignoriert wird. Diese Selbstverständlichkeit ist so alt wie das Web.
Die netzeitung sieht das anders. Die NSA ist schliesslich ein böses böses amerikanisches Amt, also dürfen die auf europäischen Computern nichts speichern, auch kein imperialistisches Cookie!
Oder wissen netzeitung und ORF mehr, als sie preisgeben?
Dabei zeigt sich bei netzeitung und ORF aber noch nicht der Gipfel der Ahnungslosigkeit. Den fanden wir bei PC Professionell, wo man über Spyware-Cookies geifert. Ich wette, der verantwortliche Redakteur arbeitet mit einem Spyware-verseuchten Betriebssystem. In seiner Hysterie schreibt er sogar: "Zum Beobachten von womöglich terrorverdächtigen Personen und politischen Gegnern setzte die NSA permanente Cookies ein". Soso. Cookies sind also Teil einer Kampagne gegen Terroristen und politische Gegner?
Dass man den Browser anweisen kann, prinzipiell keine Cookies zu speichern, weiss der PC-Professionelle offenbar nicht. Zumindest bei Firefox kann man diese Sperre auch für ausgewählte Websites definieren.
Das langfristige Speichern von Cookies ist überhaupt nichts neues, ist nicht verboten, und wird oft angewendet. Google setzt Cookies bis ins Jahr 2038, amazon.de bis 2035, Disney bis 2020, abcnews bis 2025, about.com sogar bis 2196!
Selbsternannte Agentenjäger sollten sich lieber mit echten Sicherheitsproblemen beschäftigen, z.B. mit Marriott oder mit SONY.
Aber vielleicht hat PC Professionell einfach zuviele Guetzlis angestellt?